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Das Passionsspiel im 19. Jahrhundert


1800


Oberammergau erhält erneut das Privileg, die Passion aufzuführen. Der mit dem Napoleonischen Kriegen verbundene Rückgang auf 3.000 Zuschauer hinterlässt ein Defizit von 205 Gulden in der Gemeindekasse. (17. Spieljahr)

1801


Um die Gemeindeschulden zu verringern wird das Passionsspiel von 1800 mit 4 Aufführungen fortgesetzt. (18. Spieljahr)

1810


Minister Maximilian Graf Montgelas erklärt das Oberammergauer Privileg für erloschen. Es findet in diesem Jahr keine Aufführung statt.

1811


Othmar Weiß.

Das Passionsspielverbot  wird1811, nach der Vorlage eines von dem Ettaler Pater Dr. Othmar Weiß (1769-1843) neugeschaffenen Textes (Konzentration auf die Evangelien, Zentralidee der Versöhnung, Streichung allegorischer, mythologischer und legendenhafter Elemente, zeitgemäße Theologie, Prosa, Realismus, wortreiche, moralisierende Deutungen der Vorbilder), aufgehoben. Die Komposition der Musik wird durch den Oberammergauer Lehrer Rochus Dedler (1779-1822) umgesetzt.. Diese Musik zu den "Lebenden Bildern" bestimmt bis heute den Charakter des Spieles wesentlich mit. (19. Spieljahr)

1815


Rochus Dedler

es finden Sonderspiele zum Dank für die Beendigung der Napoleonischen Kriege statt. Die Neugestaltung des Textes durch Weis und der Musik durch Dedler wird fortgesetzt. Es kommt zur Neuschaffung einer Bühne im Empire-Stil durch Benefiziat J. N. Unhoch (1762-1832) mit flankierenden Annas- und Pilatus - "Häusern" und Seitengassen. Außerdem gibt es neue Dekorationen. Dazu kommt eine Erweiterung der Volksszenen, z.B. durch den "Einzug in Jerusalem" . (20. Spieljahr)

 

1830


Die alte Bühne von 1820, entworfen im Empire-Stil von Benefiziat J. N. Unhoch (1762–1832).

König Ludwig I. genehmigt das Spiel unter der Bedingung, dass die Bühne nicht mehr auf dem Friedhof errichtet werden darf. Verlegung der Bühne an den Nordrand des Dorfes. 5000 Zuschauer finden im neuen Theater Platz. Allerdings kommen nur etwa 13 000 Besucher zu den 10 Aufführungen.
Den enthusiastischen Brief, den S. Boisserée über das Passionsspiel an Goethe schreibt, veröffentlicht dieser in der Zeitschrift „Chaos“. (22. Spieljahr)

1840


Der neue Aufführungsort im Nordwesten.

35.000 Besucher. Der Aufschwung geht auf Zeitungsberichte von 1830 zurück. Rezensenten wie G. Görres, I. F. Lentner, L. Steub, E. Devrient, M. Deutinger, J. Sepp entdeckten das Passionsspiel und machten es weithin bekannt. (23. Spieljahr)

 

 

 

1850


Spielleitung und einzelne Textänderungen durch Joseph Alois Daisenberger (1799-1883, seit 1845 Pfarrer in Oberammergau), der im Geist seines Lehrers J. M. Sailer eine reiche volkspädagogische Wirksamkeit entfaltet, u.a. mit historischen und dramatischen Arbeiten.
Ein gewählter „Passionsausschuss“ organisiert die Spiele. Erstmals französische und englische Berichte über das Spiel.(24. Spieljahr)

Tobias Flunger in der Rolle des Christus 1850: Die älteste erhaltene Fotografie von den Passionsspielen.

1860


1858 überarbeitet Daisenberger auf Wunsch der Regierung und unter Einbeziehung der Kritik von 1850, den Text. Er bevorzugt das Johannes-Evangelium und sucht die Dramatik der Passion herauszuarbeiten. Statt der Aktualisierung bei Othmar Weiß setzt er auf Allgemeingültigkeit, statt Realismus auf Idealisierung, statt des Politischen auf das Psychologische (z.B. bei Judas). An der antiken und klassischen Tragödie orientiert (Aufbau, Motive), strebt er andererseits nach Volkstümlichkeit durch Einfügung von Legenden (Veronika, Ahasver) und Kreuzweg-Inhalten (z.B. Jesus Begegnung mit Maria). (25. Spieljahr)

1870


J. A. Daisenberger

Daisenberger dichtet Prologe in antiken Odenmaßen zu den lebenden Bildern. Seinen Vorschlag einer Vers-Passion nimmt die Gemeinde aber nicht an. Das wegen des Krieges unterbrochene Spiel wird 1871 fortgesetzt. 40.000 Besucher, darunter Kronprinz Edward aus England. (26. Spieljahr)

1880


Besucheranstieg auf 100.000. Der Ausbau der Bahnstrecke bis Murnau erleichtert die Anreise. Thomas Cook entdeckt Oberammergau für den aufblühenden Tourismus. Unter den Gästen ist der Komponist Anton Bruckner und Herzog Georg II. von Meiningen, der den historisierenden Theaterstil der Zeit prägte. Die Kostümfertigung findet am Münchner Hoftheater statt. (27. Spieljahr)

1890


Die Bühne von 1890 - 1922.

Bühnenneubau durch den international renommierten Münchner Theatertechniker Carl Lautenschläger (Abtrennung der seitlichen Häuser, Neorenaissance-Fassade, technische Modernisierung), Teilüberdachung der Sitzplätze, Neuinszenierung im Hoftheaterstil mit naturalistisch-historisierenden Bühnenbildern und Kostümen. 124.000 Zuschauer bei 40 Vorstellungen. (28. Spielleitung)